RADPLAN DELTA
 
ANTRIEBE ABSTIMMEN
 
Eine Mehrgang - Kettenschaltung ist ein komplexes System mit reichlich vielen variablen Parametern. Da möchte manch einer nichts ändern, aus Sorge, das Ergebnis nicht richtig abschätzen zu können. Wenn man mit den Überlegungen eine sinnvolle Reihenfolge einhält, ergeben sich scheinbar komplizierte Fragen ganz von alleine.
 
Die von DELTA vorzugsweise empfohlene Methode ist:
 
1) Im ersten Schritt vorne das kleine Kettenrad so klein wählen wie möglich, also 33.
 
2) Das kleinste verfügbare Ritzel einplanen, also 11 Zähne.
 
3) Wie schnell möchte man bergab auf langen Gefällstrecken mittreten? Für 50 kmh auf 48er grosses Blatt gehen, für 55 kmh auf 50er Blatt, für 60 kmh auf 52er Blatt. Hier ist es wichtig, realistisch zu bleiben: Fährt man tatsächlich die Strecken, auf denen man 5 Minuten lang konstant 60 mittritt? Ist der Fahrer schwer genug, bergab diese Geschwindigkeit zu halten? Wer 85 kg wiegt und Iseran Nord oder Glandon Süd runterfährt, kann 52 Zähne brauchen. Wer 65 kg wiegt und den Grand Ballon runterfährt, ist mit 48 Zähnen zu 100% da. Wer mehr Zähne montiert als er braucht, hat an anderen Stellen Nachteile. 48 und 50 Zähne sind die Regel, 52 die Ausnahme.
 
4) Wie lange und wie steil möchte man klettern? Welches Gewicht muss hochgeschafft werden? Dies ist mit dem grössten Ritzel hinten zu beantworten. Wer leicht ist, gut trainiert und die auf französischen Pässen üblichen 8% fährt, kommt mit 24 oder 25 Zähnen hin. Wer über 80 kg wiegt, braucht im Allgemeinen für den Job schon 26 Zähne. Geht es den Ventoux mit 10% über 10 km rauf, sollten es 27 oder 28 Zähne sein. Für die Dolomiten, wo zu jeder Zeit jede Steigung möglich ist, sollte man ausser den 28 Zähnen eh nichts montieren. Wer glaubt, diese Gänge seien was für Weicheier, Glückwunsch! Ich freue mich für jeden, der das nicht braucht. Aber seriöse Fahrer machen auch gelegentlich 3 Pässe am Tag, und am Dritten braucht man einen vollen Gang kürzer als gedacht!
 
5) Auf diese Weise ist die Reihenfolge der Wahl festgelegt, ohne Unsicherheiten oder scheinbare Parallellösungen. Das Ziel ist, mit so wenig Material den gewünschten Effekt zu erreichen.
 
6) In der Praxis sind sinnvolle Abweichungen vom Plan möglich: Wenn die gängigste Kletterkassette die 12-27 ist, werden sich viele zuerst daran orientieren. Wenn Antriebe in 50x34 oder 48x34 besonders günstig angeboten werden, greift man zu. Der o.g. Ablauf ist deshalb für die gedacht, die ohne Kompromisse bei Null anfangen können oder wollen.
 
7) Als Komfortalternative für diejenigen, die sich wenig mit Schaltarbeit belasten möchten, können auch Blattbestückungen wie 50x36, 48x36 oder 46x34 sinnvoll sein, da dann beim Wechsel vorne die Schaltarbeit hinten geringer ausfällt.
 
8) Zuletzt die Kettenlänge: vorne kleines Blatt, hinten kleinstes Ritzel, dann Kette so lang wie möglich lassen!
 
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